Essbarer Arrenberg


Gutes Klima fängt beim Essen an: Die Vision vom Klimaquartier Arrenberg soll auch durch den Magen gehen, denn gutes Klima fängt beim Essen an. Darum gehört zum Klimaquartier auch der „Essbare Arrenberg“. Unter diesem Motto wird auf genussvolle Weise die Vision den Bewohnerinnen und Bewohnern nahe gebracht:  Zum einen soll durch gemeinsames Essen, Kochen und bewusstes Genießen das Klima im Stadtteil gefördert werden. Zum anderen soll durch Aktionen und Erlebnis für einen klimaneutralen Konsum von nachhaltigen, regionalen und fairen Produkten geworben werden.

Angefangen hat alles mit einem ersten Treffen im Februar 2015. Seitdem treffen sich Interessierte und Neugierige unregelmäßig – drei- bis viermal im Jahr – diskutieren ein Schwerpunktthema mit theoretischem Impuls und planen konkrete Aktionen und neue Projekte. Ein bunter Strauß von Einzelprojekten will zu einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln, gesunder Ernährung und der aktiven und gemeinschaftlichen Gestaltung des Stadtteils einladen.

Sichtbare Symbol für den Essbaren Arrenberg ist die Nachbarschaftsküche in Stadtteilzentrum. Gebaut aus Recycling-Materialen, ausgestattet mit gestifteten Geschirr und von Spenden finanziert ist diese Küche ein Treffpunkt und Katalysator für vieles.

Beim Restaurant Day am Arrenberg öffnen private popup-Restaurants für ein paar Stunden und laden Nachbarn, Freunde und Neugierige ein. Zweimal im Jahr wird der Restaurant Day am Arrenberg und weiteren Wuppertaler Stadtteilen gefeiert: Mitte Mai und Mitte November.

Einmal in der Woche findet das Foodsharing im Stadtteilzentrum statt: Lebensmittel retten und teilen, statt sie wegzuwerfen.

Lebensmittel urban mit wenig Energie- und Platzverbrauch zu produzieren, das kann mit einer Aquaponik-Anlage funktionieren. In der Farmbox wird das im Kleinen erfolgreich demonstriert. Auf dem ehemaligen Bahngelände am Arrenberg soll das in wenigen Jahren im Großen umgesetzt werden.

Urban gardening gibt es auch am Arrenberg: Am Dalsterhof geht das Nachbarschaftsgarten-Projekt mit Hochbeeten, Bienen, Streuobstwiese und Kartoffelacker in die vierte Saison. Im Innenhof des Café Simonz sorgen Nachbarsfamilien an Hochbeeten für frisches Gemüse und Kräuter. Am Wupperufer neben der Pestalozzi-Brücke soll ein Nachbarsgarten entstehen, am Jugendzentrum entstand gemeinsam mit den Vereinen „Behindert – na und?“ und Aufbruch am Arrenberg ein inklusives Gartenprojekt für Kinder und im Hof des Begegnungszentrum der evangelischen Kirchengemeinde wachsen Salate und Kräuter in einem Generationen übergreifenden Gartenprojekt.

Gemeinsam kochen und dabei voneinander lernen, das geht bei nachbarschaftlichen Kochkursen. Ob Sushi, Plätzchen oder Pralinen: Hobby-Köche zeigen in der Stadtteilküche ihr Können und geben es an andere weiter. 

Gemeinsam kochen, gemeinsam essen, voneinander lernen, das ist das Ziel von „Der Geschmack meiner Kindheit”. Nachbar*innen kochen gemeinsam Rezepte aus ihrer Kindheit und kommen dabei ins Gespräch über ihre eigenen Traditionen und Prägungen.

„Triff Deinen Bauern“, das könnte das Motto sein für die Kontakte, die zwischen den Arrenbergern und den Bio-Bauern aus dem Windrather Tal bestehen. Dadurch soll u.a. der Absatz regional produzierter Produkte gefördert werden. Praktisch geschieht das bei der Solidarischen Landwirtschaft vom Hof Vorberg.

Angeregt durch die Gründung von sogenannten Ernährungsräten in anderen Städten hat sich auch in Wuppertal ein Kreis von Aktivistinnen gebildet, das Thema nachhaltige, regionale und ökologische Ernährung im Tal vorantreiben wollen. 

Weitere Projekte und Ideen sind in Planung: die Vernetzung der Lebensmittel-Profis im Stadtteil, eine interaktive Stadtführung zu den Klimafolgen unserer Ernährung, Nachbarn kochen für einsame Nachbarn beim Nachbartisch, Schnippelparty, Ernteaktionen, Marktschwärmerei, Foodswap, Hobbybraugruppe und vieles mehr…