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Der wissende Arrenberg

Ein lebendes Archiv für das innovative Quartier

Description

Die Stadt Wuppertal ist eine administrative "Erfindung", im Jahr 1929 aus den alten Wupperstädten zusammengefügt und seither um ein ganzheitliches Erscheinungsbild und eine gemeinschaftliche Erzählung bemüht. Die Historie der heutigen Stadtteile ist jedoch sehr verschieden, was bis heute zu spüren ist. Im Bemühen um eine Einheit kamen manche individuellen Spuren der Bezirke zu kurz; als Stadt der Innovationen und des stetigen Wandels kam die Geschichte oftmals zu kurz und im stetigen Zu- und Fortzug der Einwohner – vorwiegend der Arbeiterfamilien – ging viel privates Wissen verloren. Ein Arrenberger Quartiersarchiv soll das Viertel nicht von der Stadt trennen, sondern vor Ort einen selbstständig organisierten Anker der offiziellen Institutionen setzen.

Das Wohnquartier Arrenberg entstand auf der grünen Wiese, auf dem Reißbrett rund um Hofgemeinschaften herum, nachdem die expandierende Stadt Elberfeld bereits große Einrichtungen des Gemeinwohls auf den Hang platziert hatte. Am Wupperbogen des Bezirks spielte sich Industriegeschichte von Weltbedeutung ab, deren Spuren nur noch Eingeweihte deuten können. Der "wissende Arrenberg" möchte die reiche, vielschichtige Vergangenheit an die lebendige, transformative Gegenwart anbinden und dabei mithelfen, dass die heutigen Bewohner wie auch die vielen im Quartier für Zukunftsbranchen Tätigen ein runderes Bild von ihrem Stadtteil bekommen – weit über die Postkartenidylle und das Stadtmarketing hinaus.

Das Archiv möchte Material aus den alten Haushalten des Viertels versammeln, vor dem Verlorengehen retten und auswerten: Gesucht sind Publikationen aller Art und auch private Unterlagen und Fotos aus der alten und jüngeren Vergangenheit bis zur Gegenwart. Ein weiteres Ziel ist die Erstellung einer digitalen interaktiven Wissensdatenbank und Zeitkarte des Viertels als modellhafte "Dokumentation des Wandels". Gewünscht ist auch eine Einbindung der Neu-Arrenberger*innen, denn wer den Ort des Wohnens besser kennt, gibt ihm bereits etwas zurück. Das Archiv ist kein staubiger Ort, sondern ein lebendiger Teil des Lebens.