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Hello Welt

Wählbarer Arrenberg


Am 13. September sind rund 270.000 Wuppertalerinnen und Wuppertaler aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister und die Mitglieder der Lokalparlamente zu wählen. Der Stadtrat ist neu zu besetzen, aber auch die Bezirksvertretungen für die Stadtteile und der Integrationsausschuss. Insgesamt stellen sich mehr als 600 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl. Dabei sind auch zwei aus dem Verein „Aufbruch am Arrenberg“: Ulrich T. Christenn und Max Guder. Wir haben die beiden gefragt, wie sie damit umgehen und welche Ideen und Ziele sie für unseren Stadtteil damit verbinden.

Bei der Stadtteilarbeit im Vereinsvorstand vom Aufbruch am Arrenberg engagiert ihr euch gemeinsam für eine Sache, jetzt bei der Kommunalwahl tretet ihr gegeneinander an und werbt um die Gunst der Wählerinnen und Wähler: Max für die SPD und Ulrich für DIE GRÜNEN. Wie geht ihr damit um?

Max Guder: „Erstmal treten wir nicht gegeneinander an, sondern miteinander. Uli und ich kennen uns seit Jahren als Nachbarn und arbeiten viele Jahre bereits im Aufbruch am Arrenberg zusammen an Projekten und Ideen zur nachhaltigen Verschönerung unseres Zuhauses. Und diese Arbeit ist für mich keine ideologische Parteipolitik.“

Ulrich T.Christenn: „Ich sehe das auch nicht als Konflikt. Wir beiden engagieren uns ehrenamtlich für unseren Stadtteil. In der Vereinsarbeit können wir das sehr praktisch und direkt machen. Da haben wir ja auch schon unterschiedliche Schwerpunkte, mit denen wir uns ergänzen. So will ich das auch auf politischer Ebene vorsetzen: auch wenn wir mal unterschiedliche Ansichten und Plänen haben sollten, nach den Gemeinsamkeiten suchen und die beste Lösung für die Menschen in unserem Stadtteil suchen.“

Max, Du bist ja schon länger in der Politik aktiv, kandidierst bereits zum zweiten Mal für den Rat und als Spitzenkandidat der SPD für die Bezirksvertretung (der rote Stimmzettel) und bist bereits seit vier Jahren für die SPD in der Bezirksvertretung. Ulrich, Du kandidierst das erste Mal für den Stadtrat (der grüne Stimmzettel). Was motiviert euch dazu, Zeit, Energie und auch Geld für so ein Ehrenamt aufzuwenden?

Ulrich: „Mich treibt es um, dass die rein praktische Arbeit in einer Nachbarschaft allein nicht ausreicht, Dinge in Wuppertal zu bewegen. Wir haben am Arrenberg in den letzten Jahren viel vorangebracht, vor allem beim Thema Klimaschutz. Ein Beispiel ist mein Herzensthema: nachhaltige, gesunde und klimafreundliche Ernährung. Gutes Klima fängt beim Essen an! Mit vielen Aktionen und Projekten haben wir vor Ort gezeigt, was geht – ganz praktisch. Das hat Leute bewegt und sie haben ihr Verhalten geändert. Sie kochen anders, sparen Energie, essen weniger Fleisch… Aber das reicht nicht! Wir müssen Verhalten und Verhältnisse ändern. Und hier kommt die Politik ins Spiel. Ich will mich dafür einsetzen, dass sich auch die Rahmenbedingungen in unserer Stadt ändern und wir so den Klimaschutz voranbringen.“

Max: „Hier gibt es vielleicht doch einen Unterschied zwischen Uli und mir: Ich bin davon überzeugt, dass es nur über die praktische Arbeit gehen kann, Veränderungen in der Gesellschaft und Zufriedenheit der Menschen gemeinsam zu erreichen, wenn man auf der kleinsten Ebene, in der eigenen Hausgemeinschaft, in der eigenen Straße, im eigenen Bezirk anfängt. Es geht über zuhören, wahrnehmen, diskutieren, erklären was geht und was manchmal auch nicht geht und gemeinsam anpacken. Platt gesagt: Wir können ganz viel über Klimaschutz reden. Aber wenn sich niemand dafür interessiert, werden wir das Klima auch nicht schützen. Ich bleibe da für mich und mit meinem Engagement gerne auf der „kleinen“ praktischen Ebene. Denn hier habe ich in den letzten Jahren in der Bezirksvertretung erlebt, wie viel man doch bewegen kann!“

Jetzt habt ihr ja schon einige Themen genannt, die euch wichtig sind. Nennt doch einmal kurz eure drei zentralen Forderungen oder Ideen, die ihr umsetzen wollt, wenn ihr gewählt werdet.

Max: „Ich möchte weiter unsere Spielplätze sanieren, der Martin-Niemöller-Platz muss eine echte Perspektive bekommen. Ich arbeite weiter an sicheren Rad- und Fußwegen. Und das Thema Mobilität im Quartier treibt mich um. Wir müssen aufhören Buslinien ersatzlos zu streichen, wie beim Schulbus zum Nützenberg geschehen, sondern uns neue Wege überlegen, Mobilität für alle zu ermöglichen, wie den jetzt durch die WSW angestoßenen Busverkehr auf Abruf zum Beispiel.“

Ulrich: „Für mich steht das Thema Klima im Mittelpunkt. Sowohl Maßnahmen zum Schutz des Klimas, aber auch Dinge, die wir tun müssen, um die schon jetzt spürbaren Folgen des Klimawandels anzugehen. Zum Beispiel die zunehmenden Hitzewellen im Sommer. Hier ist der Arrenberg besonders betroffen. Wir müssen für mehr natürliche Abkühlung sorgen. Und dabei helfen uns die Bäume. Baumschutz ist Klimaschutz.
Ich will mich auch für die Stärkung des Ehrenamtes einsetzen. Engagement von Bürgerinnen und Bürgern braucht Unterstützung und nicht Hürden und bürokratische Hindernisse. Das sorgt dann auch für gutes Klima zwischen den Menschen in unserer Stadt.
Und als drittes liegt mir die Ernährungswende sehr am Herzen. Mit dem Essbaren Arrenberg haben wir da ja schon vieles vorgemacht. Jetzt muss es in der ganzen Stadt weitergehen, zum Beispiel beim Schulessen.“

Man merkt, dass Du Max vor allem Themen aus dem Stadtbezirk auf der Agenda, die die Menschen hier vor Ort direkt erleben können. Und Ulrich, Du, hast Themen im Blick, die über den Westen Elberfelds hinaus für die ganze Stadt von Belang sind. Ist das eine Konkurrenz oder eine Ergänzung zueinander?

Ulrich: „Das gehört unbedingt zusammen, auch wenn es sich unterschiedlich anhört. Die Entscheidungen in der Bezirksvertretung brauchen die – ich nenn das jetzt mal so – Rückendeckung im Stadtrat und die Entscheidungen im Stadtrat brauchen die Bodenhaftung der Arbeit in den Bezirksvertretungen.“

Max: „Ich glaube auch, dass sich das nicht ausschließt, sondern eine enge Zusammenarbeit von einer starken und ansprechbaren Bezirksvertretung für die Bedürfnisse unsere Quartiere gegenüber eines Stadtrats unbedingt nötig sind.“

Ulrich: „So erleben es ja auch die Menschen. Sie sehen was sich in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ändern muss, spüren aber auch, was in der ganzen Stadt bewegt werden muss.“

Max: „Und es ist auch wunderbar zu sehen, dass wir beide uns hier auf den unterschiedlichen Ebenen so gut ergänzen.“

Am 13.9. wählen wir ja nicht nur die Mitglieder für den Stadtrat und die Bezirksvertretung Elberfeld-West, wir können auch über den zukünftigen Oberbürgermeister (der weiße Stimmzettel) abstimmen. Wisst ihr schon, wen ihr wählt und warum?

Max: „Ich wähle Andreas Mucke. Ich möchte einen Oberbürgermeister, der nah bei den Menschen ist, immer ansprechbar und zuverlässig. Der unsere Quartiere kennt und sich insbesondere um die sozialen Themen unserer Stadt kümmert. Und was wäre für den Arrenberg besser, als einen echten gebürtigen Arrenberger im Rathaus zu haben!“

Ulrich: „Für mich ist klar, dass ich Uwe Schneidewind als Oberbürgermeister wähle. Ich schätze seine Haltung, Brücken zwischen unterschiedlichen Milieus und politischen Richtungen zu bauen. Ich erlebe ihn als einen Experten und Netzwerker, der weit über die Stadtgrenzen hinaus blickt und damit Wuppertal wieder eine Bedeutung geben kann, dies es mal hatte. Und ich habe ihn am Arrenberg erlebt, wie er mit seiner Expertise unser praktisches Engagement im Viertel vorangebracht und gewürdigt hat.“

Zum Schluss haben wir ein paar Satzanfänge für Euch, die ihr bitte ergänzt.

Max Guder:

  • An meinem Mitbewerber schätze ich dass, … wir wirklich miteinander und nicht gegeneinander antreten können, ich ihn trotzdem manchmal ärgern darf und die Sache bei ihm immer im Vordergrund steht!
  • Wenn ich an Politik in Wuppertal denke, dann stört mich ganz besonders… dass vieles mir persönlich viel zu lange dauert.
  • Wenn ich an Politik in Wuppertal denke, dann freut mich ganz besonders… dass es eine echt bunte Auswahl von Kandidierenden gibt, die Bock haben unser Zuhause zu gestalten. Als macht mit und geht wählen!
  • Mein liebster Ort im Stadtteil ist… der Innenhof beim Café Simonz.
  • Am Abend des 13.9. werde ich… einen großen Kakao mit Sahne trinken.

Ulrich T. Christenn:

  • An meinem Mitbewerber schätze ich… sein authentisches Engagement für die Menschen in unserem Stadtteil und die Fähigkeit auch mal über sich selbst zu lachen.
  • Wenn ich an Politik in Wuppertal denke, dann stört mich ganz besonders… dass viele sich selbst zu wichtig nehmen und die Menschen zu wenig im Blick haben.
  • Wenn ich an Politik in Wuppertal denke, dann freut mich ganz besonders… dass es so viele engagierte Menschen gibt, in Parteien, aber auch in der Zivilgesellschaft, die zusammen das Leben in Wuppertal gestalten. Das ist für mich auch Politik,
  • Mein liebster Ort im Stadtteil ist… die mobile Baum-Bank vor dem Stadtteilbüro in der Fröbelstraße Ecke Simonsstraße.
  • Am Abend des 13.9. werde ich… spät ins Bett gehen.

Kurzinfos zu den beiden Kandidaten mit Kontaktmöglichkeiten…

Ulrich T. Christenn, 46 Jahre, Spendensammler und Hobbykoch, studierter Theologe und Sozialmanager; totalgruen@christenn.online, Mobil&Telegram 0160 93118580

Max Guder, 29 Jahre, Sozialarbeiter, Kaffeetrinker, Sänger, Musical-Fan, Fahrradfahrer und Spaziergänger; Maximilian.guder@bv.wuppertal.de Mobil: 017684412943

Im Wahlkreis Brill-Arrenberg treten außerdem an u.a. Ludger Kineke (CDU), Sebastian Schröder (DIE LINKE), Gérard Ulsmann (FDP), Karl-Heinz Berg (WfW/FW), Mira Lehner (Die PARTEI), Sascha Stinder (Tierschutzpartei)

Für die Bezirksvertretung Elberfeld-West treten Liste folgender Parteien an: CDU, SPD, DIE GRÜNEN, DIE LINKE, Wählergemeinschaft für Wuppertal, FDP, AfD.