Digitale Nachbarschaft

Arrenapp & Bitfaß­säulen
Bild: Marius Freitag

Letzte Änderung: 05.06.2026

Arrenapp & Bitfaß­säulen

Das Viertel online

Soziale Medien haben das Soziale verloren. Auf Face­book & Co. dominieren die Algo­rithmen, Werbung überwiegt und wir sind nur noch Zuschauer beim Austausch von Neben­säch­lich­keiten. Dabei sind Nichtig­keiten, Klatsch und Banali­täten wichtig für unser »soziales Betriebs­syste­m«; sie helfen, unser Leben in der Gemein­schaft zu organi­sieren, Vertrauen aufzubauen und Risiken einzu­schätzen.

Deshalb arbeiten wir am Arrenberg schon seit Jahren an einer eigenen Lösung, das soziale Miteinander mit dem digitalen Wandel zu vermählen – eine Entwicklungs­arbeit, die nicht mal eben im Ehrenamt leistbar ist. Aber mit öffent­licher Unter­stützung, zuletzt durch die Stiftung Wohl­fahrts­pflege NRW, sind wir mittler­weile weit gekommen: Zusammen mit unserem Partner PIKSL, einem Projekt des Arrenberger forum e.V., ging am 9. Mai 2026 die aktuelle Version der Arren­App online – das, was Ihr gerade vor Euch seht. Okay, zumindest ein Teil davon.

Mehr

Eine App – für wen?

Unser Publikum

Eine jugendliche Frau steht mit dem Händy in der Hand in der Arrenberger Simonsstraße

Die Arrenapp ist zuerst einmal die Website des Vereins Aufbruch am Arren­berg e.V. Mit Infos zum Viertel, zum Verein und zu den Projekten, die hier so zu Hause sind. Und weil der Arrenberg kein ganz normales Viertel ist, werden damit schon sehr unter­schied­liche Zielgruppen angesprochen. Potenzielle Nachbarn zum Beispiel, die sich für das Viertel interessieren, ebenso ein beacht­liches Publikum aus über­regionaler Politik und Öffent­lichkeit. Aber auch inter­nationale Teams aus Forschung und Wissen­schaft, die sich für den Arrenberg als Real-Labor interessieren. Weil hier aufgeweckte Menschen wohnen, die Lust haben, bei gesell­schaft­lichen Fragen mitzumachen – etwa, wie man klima­neutral leben, Mobilität neu denken oder Lebens­mittel mitten in der Stadt anbauen könnte.

Seit der Arrenberg beim 25. Geburtstag des Wuppertal-Institutes 2016 zum Hotspot inter­nationaler Wissen­schaftler wurde, arbeitet der Verein mit Forschungs­instituten, Stiftungen und Universitäten zusammen, die theoretische Gesell­schafts­konzepte in der Praxis auspro­bieren wollen und dafür ein geeignetes Umfeld suchen. Das ist in unserem Interesse, und diese Website dient auch dazu, das Viertel neuen Kooperations­partnern vorzustellen.

Die Nachbarschaft vernetzen

Zur Repräsen­tation des Quartiers hätte natürlich ein einfacher Website-Baukasten ausgereicht. Um der Nachbar­schaft aber einen echten Nutzen zu bieten, wurde die ArrenApp als PWA (Progressive Web App) programmiert. Das heißt, alle können die Appli­kation auf dem Start­bild­schirm ihres Handys ablegen und werden informiert, wenn es im Viertel etwas Neues gibt.

Screenshot eines iPhones, dass die Website als App anzeigt. Eine Notification-Tabelle zeigt mehrere neue Nachrichten an.

Und für diese Neuigkeiten sind die Nachbars selbst zuständig. Denn mit der Arrenapp können alle, die sich registriert haben, Nachrichten verfassen und mit der Nach­bar­schaft teilen.

Das können Mitteilungen sein, Tausch­angebote, Umfragen oder Termine zu Veranstal­tungen – ganz einfach vom Handy aus. Wer mag, wählt in seinem Profil über »Einstellungen« Push-Benach­richti­gungen aus, dann macht es »Pling!« bei Neuigkeiten, und man bekommt eine Notiz aufs Handy, wie bei einer WhatsApp-Nachricht. Eine Kommentar­funktion gibt‘s natürlich auch, und wer einen Beitrag liken möchte, darf Herzchen verteilen.

Der Unterschied zu den großen Platt­formen: keine KI, keine Algo­rithmen, keine Werbung. Aber dafür ein besonderes Extra: die Bitfaßsäulen.

Das digitale Doppel

Online im Quartier, auch wenn Du offline bist

An vier zentralen Punkten im Quartier sind Straßendisplays aufgestellt. Wir nennen sie Bitfaßsäulen, mit »ß«; eine Symbiose aus der guten alten Litfaßsäule und der kleinsten elektronischen Dateneinheit, dem Bit. Erstere wurde vor über 170 Jahren von dem Berliner Drucker Ernst Litfaß (daher das »ß«) erfunden, um den vielen Aushängen Herr zu werden, die von der rasant wachsenden Berliner Bevölkerung überall wild plakatiert wurden.

Unsere Version von Litfaß’ Idee funktioniert wie ein digitales Doppel der Nach­bar­schafts­platt­form: Die Arren­berger Bitfaß­säulen sind über das Internet synchro­nisiert mit der ArrenApp und spielen hier gepostete Inhalte auf den Displays aus – praktisch in Echtzeit. So können sich Nachbars auch ohne Internet informieren, was im Viertel passiert. Das Zauber­wort heißt »Digitale Teilhabe« und hat mit den Corona-Lockdowns an Bedeutung gewonnen, als sich die soziale Kommu­ni­kation auf die digitalen Medien verschoben hat.

Seither hat sich an diesem Verhalten wenig geändert – wohl aber an den Medien, die diese Inter­aktion zunehmend einseitig nutzen. Deren Echo­kammern stellen wir mit der ArrenApp eine andere Blase entgegen: die Nach­bar­schaft, in der wir unser Leben gemeinsam verbringen.

Die Standorte der Bitfaßsäulen

 

😘 Abschließend sei mir ein Dank gestattet an meinen Freund Felix Bleidt, der in unzähligen Ehren­amts­stunden maß­geblich zur Qualität der App beigetragen hat.

Hutträger:in

Artikel teilen

Dieses Projekt unterstützen

Je mehr Menschen sie nutzen, desto schöner für uns alle: Ladet die ArrenApp auf Eure Handys, lasst Euch von Piksl erklären, wie Ihr sie optimal nutzen könnt und teilt das Arrenberger Leben mit der Nachbarschaft! Informier’ Dein Quartier!

Projekt-News

Aktuelles von ArrenApp & Bitfaßsäulen

Projekt-Umfrage

Aufbruch

Bitfaßsäulen: Tempo okay?

Bitfaßsäulen: Tempo okay?

16 Sek. lang wird eine Nachricht auf den Bitfaßsäulen gezeigt, bevor das Motiv wechselt. Zu kurz? Zu lang?

Manche können nicht so schnell alles lesen, andere fangen an, sich zu langweilen. Was sagst Du, sollen wir das Intervall nachjustieren?

Projekt-Chronik

Was bisher geschah beim Projekt

Medienecho

Aufbruch

WR vom 12.05.2026

WR vom 12.05.2026

Die Wuppertaler Rundschau berichtet von den neuen Bitfaßsäulen am Arrenberg