Solidarische Landwirtschaft Hof Vorberg
Bild: Vladimir Wegener

Letzte Änderung: 15.06.2026

Solidarische Landwirtschaft Hof Vorberg

Zurück zur Nachhaltigkeit

Frisches Gemüse direkt vom Acker, Käse vom Hof, kurze Wege und die Menschen hinter den Lebens­mitteln persönlich kennen – genau daru­m geht es bei der Solida­rischen Land­wirt­schaft, kurz: SoLaWi. Sie basiert auf der Idee, Lebens­mittel nicht als Ware zu betrachten, sondern als gemein­schaft­lich ermög­lichte Ressource.

 

Solidarität statt Marktmacht

In einer SoLaWi schließen sich Menschen mit einem Bauernhof zusammen. Gemeinsam tragen sie die Kosten des Betriebs und erhalten dafür ihren Anteil an der Ernte. So entsteht Planungs­sicherheit für die Land­wirt­schaft und hochwertige Lebens­mittel für die Mitglieder – ohne den üblichen Druck von Markt­preisen und Handels­ketten.

 

Bio aus dem Windrather Tal

Ganz in unserer Nähe gibt es dieses Modell auf dem Demeter-Hof Vorberg im Windrather Tal zwischen Wuppertal und Essen. Der Hof wird seit 1987 biologisch-dynamisch bewirt­schaftet und versorgt seine Mitglieder mit saisonalem Gemüse, Kartoffeln, Milch­produkten, Käse und Eiern.

Ein Mal wöchentlich liefert die Hof­gemein­schaft ihre Produkte an die Verteil­stellen aus. Neben Ronsdorf, Loh und Mirke gehört auch der Arrenberg dazu. Jeden Donnerstag­abend werden die Ernteanteile in die Fröbel­straße gebracht. Die Mitglieder haben einen Schlüssel und können sich ihre Lebens­mittel selbst abholen. Ein Gemüse­anteil umfasst durch­schnitt­lich etwa drei Kilogramm Gemüse und reicht meist für zwei Erwachsene. Wer möchte, kann zusätzlich einen Milch- und Eier­anteil mit Käse, Joghurt, Quark, Milch und Eiern beziehen.

Dabei ist Solidarität auch unter den Mit­gliedern selbstverständlich; wenn es zum Beispiel für jede*n 4 Eier gibt, nimmt man sich 2 große – und 2 kleine, ist doch klar.

 

Video

Der Hof Vorberg in der WDR Lokalzeit vom August 2024

3 Frauen arbeiten auf dem Feld
Bild: WDR

Wertschätzend bezahlen

Die monatlichen Beiträge werden solidarisch festgelegt: Die Hof­gemein­schaft stellt jährlich ihre Ergebnisse den Kosten gegenüber und ermittelt einen Durch­schnitts­preis pro Ernte­anteil. Die Mitglieder bieten einen indivi­duellen Fest­betrag. Als Orien­tierung gelten derzeit etwa 125 Euro pro Monat für einen Gemüse­anteil und ca. 100 Euro für einen Milch- und Eieranteil. Wer mehr zahlen kann, ermöglicht anderen die Teilnahme zu einem niedri­geren Beitrag.

Auch irgendwie schön: Man bekommt nicht immer genau das Gemüse, das man sich ausgesucht hätte – dafür aber genau das, was gerade wächst. Statt perfekt genormter Ware aus aller Welt landen frische, saisonale Lebens­mittel auf dem Teller. Mal gibt es die große Tomaten­fülle, mal jede Menge Kürbis, und manchmal entdeckt man sogar ein Gemüse neu, das man im Supermarkt einfach links liegen gelassen hätte.

 

Gutes Essen macht glücklich

SoLaWi zeigt, dass Land­wirt­schaft auch anders funktio­nieren kann: regional, fair, trans­parent und gemein­schaft­lich. Und wer einmal einen Gemüse­auflauf gekocht hat, dessen Zutaten morgens noch auf dem Feld standen, schmeckt den Unter­schied zum Sonder­angebot aus dem Supermarkt, das erst den Weg aus Anda­lusien oder Neusee­land hinter sich bringen musste.

 

Hutträger:in

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