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Wuppertal spart Watt



Ist das Forschungsprojekt in Wuppertal, dass dir ermöglicht, Energie dann zu verbrauchen, wenn sie regional und regenerativ produziert wurde.

Wie das geht? Und was dahinter steckt?

Strom wechselt seine Farbe nicht. Er ist nicht greifbar und hat keinen Geruch. Er kommt bei uns Zuhause immer aus den gleichen Steckdosen. Aber er kommt immer wonaders her. Aus Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken. Aus Wind-, Wasser oder Sonnenenergie. Mal ist er demnach dreckiger, stinkender und schadet dem Klima mehr. Mal ist er aber auch sauberer, grüner und klimafreundlicher. Wenn du kein Stromexperte bist und die tägliche Preisentwicklung an der Strombörse verfolgst, wirst du den Unterschied nicht feststellen können.

Hier setzt das Projekt Wuppertal spart Watt an. Alle ca. 600 Teilnehmenden Haushalte im Tal haben einen zweiten Stromzähler im Keller. Er misst nicht nur die Verbrauchsmenge, sondern auch den genauen Zeitpunkt. Dadurch erfahren die Teilnehmenden jederzeit, wie viel Strom sie gerade verbrauchen.

Die Stadtwerke berechnen für jeden Tag das Energiewetter. Es zeigt wie auf einer Ampel an, wann der Strom im Netz eher schmutzig und klimaschädlich ist (Rote Phase) oder eher sauber und klimaschonend (Grüne Phase). Diese Ampel siehst du entweder als Teilnehmer in deinem Dashboard oder hier in der App auf der Startseite. Die Idee: Möglichst viel Strom dann verbrauchen, wenn er vor allem regenerativ und regional produziert wird. Flexibler Stromverbrauch kommt ohne Verzicht aus und ist trotzdem klimafreundlich.

Quelle: Bergische Universität Wuppertal (Alexander Hobert und Heiko Schröder)

Ein Durchschnittlicher Haushalt könnte nur mit diesem Modell 20kg bis 60kg CO2 jährlich einsparen. Für den Arrenberg wären dadurch zwischen 50t und 150t CO2 Reduktion möglich und für Wuppertal sogar zwischen 3000 und 9000t. Nicht durch Verzicht, sondern nur durch Verlagerung. (Quelle: BUW, Februar 2019) Bislang liegt der Arrenberg bei den CO2 Einsparung, auch aufgrund seiner vielen Teilnehmer vorne.

Quelle: Bergische Universität Wuppertal (Alexander Hobert und Heiko Schröder)

Dahinter steckt aber noch mehr. Es werden immer mehr Sonnen- und Windkraftanlagen gebaut. Sie ermöglichen es, immer mehr Kohlekraftwerke abzuschalten. Allerdings müssen bei der Umstellung ein paar Dinge berücksichtigt werden. Ein Beispiel: das Kohlekraftwerk an der Kabelstraße hat an einer Stelle bis zu 20MW Strom produziert und konnte immer so gesteuert werden, dass aus diesem zentralen Ort die gewünschte Menge Strom kommt. Sonnen- oder Windkraftanlagen stehen hingegen dezentral weit in und um Wuppertal verteilt. Um sie ähnlich, wie ein zentrales Kraftwerk steuern zu können, braucht es ein digitales Werkzeug: Ein virtuelles Kraftwerk. Es verbinder alle regenerativen Anlagen in einem digitalen Netz und simuliert sie zu einem Kraftwerk. Dieses VPP: Virtual Power Plant, weiß dadurch immer, wie viel regenerativer und regionaler Strom im Netz ist. Die Berechnungen veröffentlichen die WSW zweimal wöchentlich als Energiewetter in der Wuppertaler Rundschau. Ihr seht es auf der Startseite der App.

Quelle: Bergische Universität Wuppertal (Alexander Hobert und Heiko Schröder)

Warum sich das noch lohnt? Damit das bald nur noch Erinnerungsbilder sind…

Quelle: simon-zachrisson-667772-unsplash